Nintendo is doomed...!?

Und dies schon seit 1994. Aber mal ernsthaft, aktuell sieht es beim Konzern für unseren rotbemützten Klempner nicht so rosig aus. Denn mit dem Darlegen des neusten Quartalsberichtes wurde bekannt, dass Nintendo einen Verlust von über 230 Millionen Euro hinnehmen musste. Dies lag an den immer noch rückläufigen Verkaufszahlen des Nintendo DS und der Wii, aber auch an dem bisher mäßig laufenden 3DS. So konnte sich der 3DS weltweit bis Ende Juni nur 4,5 Millionen mal verkaufen. Doch seien wir mal ehrlich, verwundert dies einen?

Der Status Quo

Der DS hat seinen Zenit schon lange Überschritten und jetzt kaufen ihn die Leute, die bisher noch keinen hatten und sich somit eine breite Spielebibliothek sichern mit niedrigen Preis. Und die Wii steht auch kurz vor ihrem Gang in die Mottenkiste. Das liegt sowohl an der kommenden Heimkonsole WiiU als auch an dem schwachen Line-Up für die Wii in diesem Jahr. Da hilft auch ein Mario Kart Wii Bundle nicht wirklich um dieses Defizit auszugleichen. Und der 3DS? Nun, der hat das selbe Softwareproblem wie die Wii, gepaart mit einem viel zu teuren Preis für einen Handheld.
Was wurde getan um wenigstens den 3DS in den Verkäufen anzukurbeln? Richtig, eine Preissenkung nach nur 4 Monaten wurde durchgesetzt. Um historische 80€ wird das Gerät ab dem 12. August angeboten. Doch keine Sorge, ihr Erstkäufer, ihr werdet mit 10 kostenlosen NES und 10 GBA VC-Spielen entschädigt.

Doch dies ist nicht das Ende der Fahnenstange, oh nein. Am Tag nach Bekanntgabe ders Finzanzberichtes, brach der Börsenkurs um 21% ein. An einem Tag also wurde der gesamte Firmenwert von Nintendo um ein Fünftel verkleinert, wegen eines Quartals in roten Zahlen. Da kann man sich nur an den Kopf fassen, was in dem kranken und immer weiter bröckelnden Finanzsektor ab geht. Und somit musste es also wieder ausgepackt werden, das seit der PlayStation geliebte Thema: Nintendo wird untergehen. Der DS wird gegen die PSP floppen, die Wii wird untergehen, WiiU hat keiner gerafft also wird es floppen, und so weiter. Wir kennen die Leier ja nur zu gut, vor allem von Michael Pachter zur Wii. Und alle möglichen Gamer lassen sich von dieser Untergangsstimmung anstecken, und jeder möchte am besten den Kopf in den Sand stecken und darauf warten, dass Nintendo den gleichen Weg nehmen wird wie Sega...

Ruhig Blut und schauen was geht

Ernsthaft Leute, bleibt mal auf dem Teppich. Nintendo hat mit der letzten Generation so viel Geld erwirtschaftet, dass sie schon mehrere Jahre in der Kreide stecken müssten, um vom Hardwaremarkt zu verschwinden. Bei Sgea hat dies auch Jahre gedauert, bis man sie abschreiben konnte. Doch gucken wir uns die Sache doch lieber mal realistisch an. Die bisher immer recht konservative Haltung von Nintendo zur Finanzierung und die gute letzte Gen ließ dem Konzern bestimmt viel Geld nicht nur in die Kassen fließen, sondern auch einen Haufen davon auf die hohe Kante schieben. Zudem stecken sie dieses Geld in ein neues Forschungszentrum um etwas Festes zu haben, etwas Sicheres, zu Zeiten von Finanzproblemen.

Und ja, normalerweise verdient Nintendo immer an deren Hardware, was völlig legitim ist (und sie so Gewinne erwirtschafteten zu N64- und GameCube-Zeiten), doch was ist mit der 3DS-Preissenkung? Nun, nach Berichten von Bloomberg Japan, wird Nintendo zum ersten Mal seine Hardware subventionieren. Diese starke Preissenkung um ein Drittel des eigentlichen Preises scheint sehr drastisch und bekräftigt diese Untergangsstimmung. Es stimmt, dass nach schnellen Preissenkungen bei einer neuen Nintendo-Konsole, dass diese Konsole nicht wirklich erfolgreich war. Aber man darf die Ausgangslage des 3DS nicht mit der des Nintendo 64 oder des GameCubes, nicht mal ansatzweise mit der des Virtual Boys vergleichen. Zudem, was macht denn Sony schon seit Beginn der PlayStation? Genau, sie subventionieren ihre Konsole und holen das Geld über Lizengebühren durch Softwareverkäufe ein. Diesen Weg will Nintendo wohl auch einschlagen. Dadurch wollen sie auch die 3rd Parties ermutigen Spiele für den 3DS zu entwickeln, welche sich in letzter Zeit sich nicht blicken ließen. All dies, belegt durch Cancellungen von Spielen wie Mega Man Legends 3 oder Assasins Creed Lost Legacy. Die Hardwarebasis vergrößern und das Risiko für Entwickler verringern, was der einzig richtige Weg ist. Dieses Vertrauen bekräftigt der Videospiel-Dino aus kyoto damit, dass die hohen Tiere bei Nintendo dafür gerade stehen und sich selbst ihr Gehalt kürzen. Iwata um ganze 50% und andere Top-Manager und Directors um 20-30%. Eine Geste die Anerkennung verdient und von der sich manch ein Manager in westlichen Gefilden eine Scheibe abschneiden kann.

Was muss Nintendo also tun?

Der 3DS braucht Spiele die für den 3DS sind, und zwar NUR für den 3DS. Sie müssen sich vor allem auch von den Spielchen für Android oder das iPhone abheben und zeigen, dass High Budget Games für den mobilen Markt es immer noch können und ihr Geld wert sind. 2011 kommt da leider nicht so viel, bis auf die Kracher aus dem Hause BigN, mit Super Mario 3D Land und Mario Kart 3DS. Doch gerade eben diese beiden Spiele, die im Weihnachtsgeschäft erscheinen, der wichtigsten Zeit für Nintendo, sollten, wenn nicht sogar müssten, die Kunden davon überzeugen sich nun einen 3DS zuzulegen. Immerhin ist Mario auf der Wii und dem 3DS, mit diesen Serienablegern ein wahrer Multimillion-Seller gewesen.

Ebenso beim Marketing sollte sich etwas ändern. Klar, der 3D Effekt ist prima, doch der 3DS hat noch andere Funktionen und auf diese, sowie die Spiele (wenn sie dann mal kommen) sollte Nintendo die Aufmerksamkeit lenken. Sowie auch den Leuten da draußen klar zu machen, dass der 3DS kein DS-Update ist, sondern ein völlig eigenständiges Produkt mit einer längeren Lebensdauer. Doch auch WiiU wird interessant zu beobachten sein. Denn Nintendo wird sich nicht mehr erlauben den Preis so hoch anzusetzen, nur wegen Pressereaktionen. Ebenso sollten genügende Top-Titel bzw. mindestens ein Nintendo-Top-Titel zum Launch bereit stehen. Denn ein verhauter Launch kann schon einiges an Zeit und Geld kosten, um die Konsole wieder in richtige Pfade zu lenken. Jedenfalls muss man Nintendo, ob man sie mag oder nicht, wahrhaftig anmerken, dass sie die Situation schneller erkannt haben als Sony mit der PSP und der PS3 und sogar ihre Frmenphilosophie auf den Kopf stellen um dies zu ändern. Die Zukunft wird zeigen ob sich der radikale Weg lohnt und ob Weihnachten wieder Nintendo-Zeit wird.

Damit sich Miyamoto und Iwata so über den 3DS freuen.

1 Kommentare:

Tobbi hat gesagt…

Nur eben zum Börsenkurs: Ich würde nicht sagen, dass der Börsenkurs den Wert eines Unternehmens wiedergibt, sondern nur den Verkaufspreis, den der Markt für angemessen hält.

Ein Unternehmen kann 100Mrd.€ besitzen und der Börsenwert trotzdem nur bei 50Mrd.€ liegen. Genauso kann es auch umgekehrt sein.

Das der Börsenkurs nach solch einer Nachricht sinkt, ist nur verständlich. Denn: Eine Erhöhung der Dividene ist sehr unwahrscheinlich, wenn man den Preis senken muss, um den Absatz anzukurbeln.
Ein Wachstum des Börsenkurses ist auch unwahrscheinlich, da nun jeder denkt, dass die anderen Verkaufen werden, der Kurs also fallen wird, und daher selbst verkauft.

Nintendos Finanzen sind von dem Kursabfall aber nicht betroffen. Es sind die Aktionäre, die mit dem Fall des Kurses Geld verlieren.

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