Wie man schon an der Überschrift seines Textes erahnen kann, wird auch dieser Punkt von ihm kritisiert. So machte er die Menge an Webseiten, Bloggern und YouTubern mit dafür verantwortlich, dass die Entwickler und Publisher heute PR-Agenturen beauftragen, um deren Informationen flächendeckend herauszugeben. Denn während es "früher weltweit 30 Spielemagazine gab und in Deutschland drei"' (Absatz 5 Zeile 1), statt etlicher Webseiten, konnte damals alles direkter geregelt werden. Wirkliche exklusive Neuankündigungen gäbe es heute nur noch vereinzelt und zwar bei den wirklich großen Magazinen/Webseiten auf dem Planeten.

Ja, es hat sich viel getan wenn man sich mal die 90er und die jetzige Zeit ansieht, doch dies geschah alles, weil Videospiele zu einem riesigen Medium heranwuchsen und mittlerweile nicht nur die Hardcore-Gamer bedienen, sondern auch Mütter, Senioren und Familienväter. So veränderte sich die komplette Pressearbeit, da man auch Informationen an Journalisten herausgibt, die sich nicht tagtäglich mit unserem Hobby beschäftigen bzw. es selber als Hobby ansehen. Man kann sie nicht mit Fachchinesisch volltexten und erwarten, dass sie alles verstehen, und darauf hoffen, dass der Leser, der sich genau so wenig mit Videospielen beschäftigt, es auf die Reihe bekommt. Wenn ich mir hin und wieder mal eine Pressemitteilung durchlese dann denke ich auch manchmal nur, welchem Affen die gerade versuchen klar zu machen, dass eine Walnuss keine Banane ist. Wie gut, dass wir dank des Internets unsere News ciel schneller wissen, bevor Pressestellen diese bestätigen und herausgeben. Zudem kann man als Journalist und/oder Blogger mit Presseleuten in Kontakt treten und ggf. nachfragen oder sogar nach Themen fragen, die aktuell nicht in aller Munde sind. Webseiten und Magazine mit einer entsprechenden Leserschaft können sogar eine eigene Ansprechperson in der PR-Abteilung des Publishers bekommen und haben so wieder ihren persönlichen Ansprechpartner. Gut, es ist kein Entwickler, aber auch die PR-Leute müssen sich mit den Machern der Spiele auseinandersetzen und werden dem Pressepartner bestimmte keine Standardfloskeln an den Kopf werfen.
Daher finde ich es schon dreist von Herrn Langer, die "offensichtliche" Schuld den Bloggern, YouTubern und Betreibern kleinerer Gaming-Webseiten in die Schuhe zu schieben. Ich will nämlich nicht mehr die Möglichkeit missen, bei vielen verschiedenen Quellen meine Informationen zu beziehen, sei es durch semi-professionelle Webshows, Texte oder Podcsts. Da habe ich lieber die schnelle Auswahl zwischen 100 gut gemachten Blogs mit eigenem Content und ebenso kritischem Sachverständnis und der Gewissheit, dass diese unabhängig sind, als zwischen drei kostspieligen Magazinen zu wählen, welche nur einmal im Monat erscheinen. Die "alten Zeiten" hatten schon einen besonderen Flair, da man sich als wissbegieriger Gamer schon besonders vorkam, aber dank des Internets mit seiner schier unendlichen Weite geht mir das quer an der Poperze vorbei. Denn aus diesen kleinen Bloggern sind teils große Webseiten mit gigantischen Communities entstanden, wo man auf ebenso Gleichgesinnte trifft statt monatlich die Chance zu haben in den Leserbriefen aufzutauchen. Eine Begrenzung auf Magazine würde uns in dieser sehr zukunftsorientierten Branche doch glatt ins letzte Jahrtausend zurückwerfen. Wenn ich heute News von der E3 haben will, dann direkt über Twitter oder meinen RSS-Feed, mit Videos oder Bildern aus den Messehallen und nicht erst Wochen später abgelichtet in einem Fachmagazin. Für Reviews und News sind Magazine nicht mehr gedacht und daher ist deren Geschäftsmodell in dieser Hinsicht auch nicht mehr zukunftsfähig. Denn nicht jeder hat wie die Game Informer solch ein großen Namen, Kundenkreis und Geldgeber, um sich Stories exklusiv zu sichern.

Was aber Magazine mit ihren Kontakten gut machen könnten, wären groß angelegte Reportagen und kritische Hinterfragungen. Dies können Firmenportraits, aktuelle Diskussionen, Retro-Inhalte, spezifische Fragen zu Entwicklungen und vieles mehr sein. Dies würde bestimmt interessant wirken und auch beim Hardcore-Gamer gut ankommen, da hinter solchen Magazinen oft Kompetenzpersonen stecken, welchen man vertrauen kann. Nur kann man dann so nicht mehr so oberflächlich arbeiten wie eine ComputerBild. Doch auch diese Formate leben nurnoch von den letzten treuen Anhängern und Kindern ohne Internet. Ein Pendant zur c't wäre angebracht, so wie es die Gee früher war. Leider findet dies aber keinen Anklang, da Gamer sowieso im digitalen Zeitalter das Internet auch demensprechend intensiv nutzen. Daher werden die Magazine wohl so bleiben wie sie sind, die 'Veteranen' zu bedienen oder den jungen Gamer heranzuführen an den Informationsfluss, der hinter der Branche steht. Daher lobe ich mir das Internet mit seiner Freiheit an all jenen Angeboten und kann daher Herrn Langer nicht zustimmen, dass früher alles besser war - so sehr ich früher auch gerne in Magazinen gestöbert habe, eine rosarote Brille hilft nicht weiter.


Kommentare:
Früher sind sie beim Skispringen auch mit den Armen nach vorne gesprungen....
Das nennt sich auch heute noch schwimmen, lieber rib. anderer aggregatzustand und so;)
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