Free 2 P(l)ay

Ich habe noch kein Zahlungsmodell so schnell wachsen sehen wie das so genannte "Free2Play"-Modell. Für die Unwissenden unter euch erkläre ich euch das Prinzip gerne: Während ihr normalerweise ein Spiel käuflich erwerbt und für das Spiel einen gewissen Preis bezahlt, sind Free2Play-Spiele einfach kostenlos. Normalerweise lädt man sich diese Spiele herunter. Damit der Entwickler aber auch Geld daran verdienen kann, bietet dieser in den meisten Fällen gegen Echtgeld käufliche Gegenstände an, die einem das Leben im Spiel erleichtern. Also statt sich gewisse Items freizuspielen, kauft man sich diese. Natürlich bleibt einem die Möglichkeit des Freispielens weiterhin offen, nur ist dies in den meisten Fällen nervtötend und langatmig, damit man den Gegenstand der Begierde doch lieber dem Entwickler abkauft. Populärste Beispiele sind die Facebook-Spiele a la CityVille. Aber auch ein Team Fortress 2 bedient sich an diesem Zahlungsmodell, wobei man sagen muss, dass es Valve mit TF2 gut hinbekommen hat, eine Balance zwischen dem Kaufen der Waffen und dem Freispielen selbiger herzustellen.

Vor kurzem kam eine News um den deutschen Entwickler Crytek hinein, der ankündigte sich nach dem Erscheinen von Crysis 3 auf Free2Play Spiele zu konzentrieren und nur noch solche Spiele entwickeln möchte. Ich will jetzt nicht großartig darüber schwadronieren, ob Crytek damit Erfolg haben könnte oder elendig vor die Hunde geht. Denn ganz ehrlich, ich bin kein Analyst/Wahrsager.
Was mich nun mal interessiert, ist wie sich das Ganze auf das Gameplay auswirken wird, da viele von uns gerade mit Diablo 3 merken, wie schwach doch der Loot an Items innerhalb des Spieles ist, damit Blizzard sich mit seinem Echtgeld-Auktionshaus eine goldene Nase verdienen kann. Denn das war Blizzards Plan von Beginn an: Mehr Geld erwirtschaften. Nichts schlimmes, solange das Gameplay darunter nicht leidet. Doch eben dies tut es bei Diablo 3. Durch den erbärmlichen Loot vergeht einem ein bisschen die Lust auf das Monster einhauen, vor allem wenn man die zu findenden Items mal mit den Items aus dem Auktionshaus vergleicht. Nennt mich altbacken, aber wenn ich ein Spiel spielen möchte, soll es meiner Meinung nach möglich sein, auch innerhalb des Spieles Items zu finden, die einem wirklich weiterhelfen und wo man sich noch freut, Items zu erhalten. Gerade bei RPGs ist dies wichtig. Ohne richtige Ausrüstung wird dir der Arsch aufgerissen.

Valve macht es richtig. Das Gameplay wird nicht eingeschränkt.

Und nun will solch ein Studio wie Crytek, das eigentlich für High-End-Produkte bekannt ist, auf diesen Zug aufspringen. Man kann also davon ausgehen, dass die folgenden F2P-Spiele auch vom allgemeinen Aufbau im Spielprinzip stark vereinfacht werden, so wie bei Diablo 2 zum dritten Teil der Serie. Denn immerhin muss man eine große Masse an potenziellen Käufern um sich scharen, damit das Geld zirkuliert und schlussendlich in den Taschen der Entwickler landet. Denn seien wir mal ehrlich: Die erfolgreichsten Marken in der Videospielindustrie sind von der Komplexität und dem Tiefgang her doch simpel gehalten (was nicht heißt, dass die automatisch schlecht sind). So kann auch der letzte Volldepp den neusten "Geniestreich" aus deutschem Hause spielen und schön bezahlen. Mir persönlich fällt jetzt kein anderes bekanntes und kommerziell erfolgreiches F2P neben Team Fortress 2 ein, dass eine gewisse Spieltiefe besitzt bzw. eine Einstiegshürde hat, mit der nicht jeder Affe klarkommt. Zudem: TF2 war ja anfangs nicht mal ein F2P-Game.
Mir kommt es eh so vor, als sei F2P eine Modeerscheinung, die nur durch den Erfolg der Facebook-Spiele hervorgerufen wurde. Doch was bedeutet dies jetzt konkret für Fans von Crytek?

Nun, ich würde jetzt mal vermuten, dass man sich bei den kommenden Spielen auf vereinfachte Spielprinzipe einstellen muss. Mit nervtötenden Sessions um besondere Gegenstände zu bekommen, wenn man nicht bereit ist zu zahlen. Also nichts für den bekennenden Crysis-Fan. Allgemein nichts für den die Zocker unter uns, der wirklich einfach spielen will und alles alleine erreichen möchten, ohne dem Entwickler noch Geld hinterherzuwerfen. So werde ich mich z.B. weiterhin von solchen Finanzierungsmodellen fern halten und lieber jene Spiele zu kaufen, um sie so zu erleben wie sie gedacht waren: Als komplettes Erlebnis.

1 Kommentar:

Wiiler94 hat gesagt…

Das schlimmste F2P Modell von dem ich mal mitbekam war, dass jedes Teil gut n Euro oder zwei gekostet hat, jedoch nur höchstens zwei Wochen lang verfügbar war (was nicht grad n verbrauchbares Item war).
Allgemein die Pay2Win Methode in "F2P" ist totaler Quark. Les öfters mal z.B. Runes of Magic sei eins der vermaleidesten P2W Spiele, weil Itemupgrades nur durch Geld gekauft werden können, und ohne die der Endcontent unspielbar ist. D3... es wird ja behauptet, die Droprates sind unbeeinflusst, mag man von halten was man will, aber für 700€ ne Waffe kaufen (gabs wirklich)...
F2P mit Itemshop nur mit Spielunbeeinflussender Form (z.B. Mount, +EP oder Goldfund oder irgendn Styledingens wie Hüte oder Änderung der Farben) oder im Spiel erreichbare Elemente, wenns das etwas mehr beeinflusst (Upgrades etc). Aber permanent, ansonsten ist des totaler Quark.

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